| Ein Artikel von Thanasarn Tantivirun |

Wie KI Ihre Geschäftsprozesse nachhaltig optimieren kann

Unternehmen in Branchen wie Bau, Handel und E-Commerce stehen heute vor einer zentralen Herausforderung: Geschäftsprozesse sind oft fragmentiert, papierbasiert und über mehrere Systeme verteilt. Von der Bestellung über Lieferung bis zur Abrechnung entstehen manuelle Arbeitsschritte, die zeitaufwendig, fehleranfällig und ressourcenintensiv sind.

Die Einführung einzelner digitaler Tools reicht in diesem Umfeld oft nicht aus – nachhaltiger Mehrwert entsteht nur, wenn Prozesse end-to-end betrachtet und gezielt optimiert werden. Künstliche Intelligenz (KI) kann hier entscheidend unterstützen: Sie automatisiert Routineaufgaben, verbessert die Datenqualität und schafft transparente Entscheidungsgrundlagen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Pain-Points häufig auftreten, welche Best Practices sich in der Praxis bewährt haben, welche Risiken zu beachten sind und wie Sie KI gezielt einsetzen können. Ein konkretes Beispiel aus der Rechnungs- und Bestellverarbeitung zeigt, wie OCR-basierte Dokumentenautomatisierung Prozesse beschleunigt, Fehler reduziert und den manuellen Aufwand deutlich senkt.

Herausforderungen in operativen Prozessen

Viele Unternehmen kämpfen mit ähnlichen Problemen, die die Effizienz erheblich bremsen:

  • Fragmentierte Systeme: ERP-, CRM-, PIM- oder E-Commerce-Plattformen sind oft nicht integriert. Informationen müssen manuell zusammengeführt werden, was den Prozessfluss verlangsamt.

  • Manuelle Arbeitsschritte: Rechnungen, Lieferscheine oder Bestellungen werden händisch geprüft, erfasst und abgeglichen.

  • Fehleranfälligkeit: Tippfehler, fehlende Positionen oder unvollständige Dokumente führen zu Verzögerungen und finanziellen Risiken.

  • Transparenzdefizite: Ohne konsolidierte Daten fehlt der Überblick über Bestände, Zahlungen und Lieferungen – das erschwert strategische Entscheidungen.

Diese Herausforderungen sind nicht nur zeitintensiv, sie wirken sich auch direkt auf die Wettbewerbsfähigkeit aus. Unternehmen, die nicht schnell auf Marktveränderungen oder Kundenanforderungen reagieren können, verlieren langfristig an Wettbewerbsfähigkeit.

Best Practices: KI als Enabler für End-to-End Prozesse

Best Practices sind bewährte Methoden, die sich in der Praxis als besonders effizient und zuverlässig erwiesen haben. Für KI-Einführungen in Unternehmen haben sich folgende Vorgehensweisen als Goldstandard etabliert:

  1. Prozessorientierte Analyse
    Bevor KI eingeführt wird, sollten die tatsächlichen Pain-Points entlang der Wertschöpfungskette identifiziert werden. Methoden wie Design Thinking oder strukturierte Prozess-Workshops helfen dabei, Schwachstellen aufzudecken und priorisierte Use Cases zu definieren.
  2. Gezielter KI-Einsatz
    KI sollte dort eingesetzt werden, wo sie den größten Hebel bietet – etwa bei Dokumentenverarbeitung, Logistikoptimierung oder automatisierter Abrechnung. Nicht jede Aufgabe muss automatisiert werden; der Fokus liegt auf messbarem Geschäftswert.
  3. Integration in bestehende Systeme
    Erfolgreiche KI-Projekte setzen auf nahtlose Anbindung an ERP-, CRM- oder E-Commerce-Systeme. Isolierte Insellösungen führen oft zu Doppelarbeit und fragmentierten Prozessen.
  4. Pilotprojekte und Iteration
    Kleine Pilotprojekte testen die KI-Lösung in kontrollierter Umgebung. Erkenntnisse aus der Praxis fließen in die Skalierung ein. Diese iterative Vorgehensweise reduziert Risiken und erhöht die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden.
  5. Kontinuierliches Monitoring
    KPI-gestütztes Monitoring von Effizienz, Fehlerquote und Durchlaufzeiten stellt sicher, dass die KI nachhaltig Mehrwert liefert.

Durch diese Best Practices stellen Unternehmen sicher, dass KI nicht nur ein Technologie-Experiment bleibt, sondern messbare Effizienzgewinne liefert.

Praxisbeispiel: Automatisierung von Rechnungs- und Bestellprozessen

Ein besonders wirkungsvolles Beispiel aus Bau- und E-Commerce-Unternehmen ist die KI-gestützte Dokumentenverarbeitung:

  • Problem: Täglich gehen Rechnungen, Lieferscheine und Bestellungen in unterschiedlichen Formaten (PDF, Scan, E-Mail) ein. Manuelles Prüfen und Abgleichen bindet wertvolle Ressourcen.

  • Lösung: KI-basierte OCR (Optical Character Recognition) liest Dokumente automatisch aus, extrahiert relevante Felder wie Lieferant, Bestellnummer, Positionen und Beträge und gleicht sie mit ERP-Daten ab.

  • Vorteile:

    • Automatische Erkennung von Preisabweichungen oder fehlenden Positionen

    • End-to-End-Digitalisierung der Freigabe- und Buchungsprozesse

    • Deutlich reduzierte Fehlerquote

    • Schnellere Durchlaufzeiten und höhere Transparenz für Management und Controlling

Dieses Vorgehen zeigt, wie KI Routineaufgaben ersetzt, aber gleichzeitig den gesamten Prozess stabiler, effizienter und nachvollziehbarer macht. Unternehmen, die diesen Ansatz umsetzen, sparen Zeit, minimieren Fehler und schaffen eine solide Basis für weitere digitale Optimierungen.

Automatisierter Prozess von der Dokumentenerfassung zur SQL Datenbank Automatisierter Prozess von der Dokumentenerfassung zur SQL Datenbank

Risiken und Erfolgsfaktoren

Wie bei jedem Technologieeinsatz gibt es auch bei KI typische Stolpersteine:

  • Datenqualität: KI-Systeme liefern nur dann gute Ergebnisse, wenn die Daten sauber, strukturiert und konsistent sind.

  • Akzeptanz im Team: Mitarbeitende müssen in neue Workflows eingebunden und geschult werden. Ohne Change Management droht Widerstand.

  • Überambitionierte Projekte: Zu große oder zu viele parallele KI-Vorhaben erhöhen das Risiko von Verzögerungen und Misserfolg.

Erfolgsfaktoren, die sich bewährt haben:

  • Frühzeitige Einbindung von Fachabteilungen

  • Iteratives Vorgehen mit Pilotprojekten

  • Fokus auf messbaren Mehrwert und KPIs

  • Nahtlose Integration in bestehende IT-Landschaften

  • Kontinuierliches Monitoring und Optimierung

Unternehmen, die diese Faktoren berücksichtigen, erzielen deutlich höhere Effizienz, niedrigere Fehlerquoten und nachhaltige Prozessverbesserungen.

Fazit und konkrete Empfehlungen

KI ist kein Selbstzweck, sondern ein strategisches Werkzeug, um Geschäftsprozesse effizient, transparent und skalierbar zu gestalten. Besonders in Bau, Handel und E-Commerce lohnt sich ein End-to-End-Ansatz:

Konkrete Empfehlungen:

  1. Pain Points identifizieren: Analysieren Sie Ihre Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
  2. Kleine Pilotprojekte starten: Testen Sie KI-Lösungen in kontrollierter Umgebung.
  3. Integration sicherstellen: Vermeiden Sie Insellösungen – verbinden Sie KI nahtlos mit ERP, CRM oder E-Commerce-Plattformen.
  4. Erfolg messen: Definieren Sie KPIs für Durchlaufzeiten, Fehlerquote und Transparenz.
  5. Iterativ verbessern: Optimieren Sie Prozesse kontinuierlich basierend auf realen Daten und Feedback.

Unternehmen, die diese Best Practices umsetzen, gewinnen nicht nur Effizienz, sondern auch strategische Flexibilität: schnellere Prozesse, höhere Datenqualität und mehr Handlungsspielraum in dynamischen Märkten.

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Kerstin Domin

Kerstin Domin ist Head of Sales & Business Development bei Alexander Mages Consulting.

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Kerstin Domin ist Head of Sales & Business Development bei Alexander Mages Consulting. Nach Stationen bei Bertelsmann, Siemens und Bechtle, war sie zuletzt sehr erfolgreiche Key Account Managerin bei der OXID eSales AG. Kerstin liebt den Vertrieb mit Leib und Seele. Keine Herausforderung ist ihr zu schwierig, kein Weg zu steinig. In ihrer aktuellen Position schlagen zwei Herzen in ihrer Brust, die in perfekter Symbiose zur besten Lösung für Kundinnen aller Branchen und deren Herausforderungen für die digitale Transformation führen.